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Priv. Doz. Dr. med. Christoph Klingmann

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Schwerhörigkeit

von Priv. Doz. Dr. med. Ch. Klingmann

 
 

Schwerhörigkeit aufgrund von Schallleitungsstörungen ist komplett heilbar; ist die Schwerhörigkeit auf eine Schädigung des Innenohrs zurückzuführen, bieten sich Lösungen vom Hörgerät bis hin zu (teil-)implantierbaren Hörhilfen und Cochlea-Implantaten an. Cochlea Implantate verbessern die Hörleistung auch bei an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit.

Anatomie
Das Ohr unterteilt sich in drei Abschnitte: äußeres Ohr, Mittelohr und Innenohr. Die Schallwellen, die auf das Ohr treffen, werden durch das äußere Ohr auf das Trommelfell übertragen, durch die Gehörknöchelchen auf das Innenohr übertragen und im Innenohr in elektrische Potentiale umgewandelt und über den Hörnerv in Richtung Gehirn weitergeleitet.
 

Schallleitungsschwerhörigkeit

Definition
Hörstörungen können in sämtlichen Bereichen des Hörsystems verursacht werden. Eine sehr einfache Form einer Hörstörung stellt z.B. ein Pfropf aus Ohrenschmalz (Fachausdruck: Cerumen obturans) dar, der zu einer Hörverschlechterung führen kann. Wird er entfernt, ist das Hören wieder in Ordnung. Weitere Beispiele für Hörverschlechterungen, die im Schallleitungsapparat entstehen und deswegen Schallleitungsstörungen genannt werden, sind z.B. eine Verletzung des Trommelfells (Trommelfellperforation), eine Verletzung der Gehörknöchelchen, eine Versteifung der Gehörknöchelchen (Otosklerose)oder aber eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenerguss).
 
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Subtotaldefekt (1), Paukenerguß (2), Paukenerguß abgesaugt (3)
Copyright © Priv. Doz. Dr. Klingmann
Schallleitungsstörungen, ob sie im Gehörgang vorliegen, das Trommelfell betreffend oder sich im Mittelohr befinden, haben den großen Vorteil, dass sie operativ beseitigt werden können und somit komplett heilbar sind. Welche Therapie für welche Störung im Bereich des Schallleitungsapparats (Gehörgang oder Mittelohr) notwendig ist, kann nach einer gründlichen HNO-ärztlichen Untersuchung, sowie weiterführenden Hörtests beurteilt werden.
 

Hörgeräte

Hörstörungen werden jedoch auch häufig aufgrund einer Schädigung des Innenohrs verursacht. Solche Innenohrschwerhörigkeiten können erblich bedingt sein und schon zur Taubheit im Neugeborenenalter führen. Durch genetischen Belastungen kann es zu einem zu schnellen Altern des Hörsystems kommen (familiäre Schwerhörigkeit), so dass es schon im Jugendalter oder als junger Erwachsener zu einer deutlichen Hörstörung kommt.
 
Hörgeräte
Vor allem betrifft die Innenohrschwerhörigkeit jedoch Patienten im höheren Alter. In diesem Fall spricht man von einer Altersschwerhörigkeit. Die Innenohrschwerhörigkeit lässt sich operativ nicht heilen, sondern in der Regel durch die Versorgung mit Hörgeräten therapieren. Solche Hörgeräte gibt es in verschiedenen Ausführungen und Bauweisen und können sowohl als Im-Ohr-Gerät, als Hinter-dem-Ohr-Gerät, in kleinerer und größerer Ausführung, mit aufwändigen und eher einfachen technischen Möglichkeiten ausgeführt sein und werden in der Grundausstattung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Höherwertige Hörgeräte sind zuzahlungspflichtig.
 

Fortgeschrittene Hörstörungen

Cochlea-Implantat
Kind mit Hörgerät
Kind mit Hörgerät
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Schreitet die Innenohrschwerhörigkeit weiter fort und es liegt somit eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit vor oder aber auch im Falle einer von Geburt an bestehender Taubheit, gibt es seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Möglichkeit die Patienten mit einem Cochlea-Implantat zu versorgen.
 
Bei dieser Versorgung wird dem Patienten ein Prozessor implantiert, der über eine Elektrode, die in das Innenohr vorgeschoben wird, direkt den Hörnerv stimuliert. Über eine von außen auf der Kopfhaut liegenden Spule werden elektrische Signale an den Prozessor übermittelt und so der Hörnerv stimuliert.
 
Die Töne werden über ein Mikrofon, das ähnlich wie bei einem Hörgerät hinter dem Ohr getragen wird, aufgenommen und auf die Spule übertragen. Im Bereich des Mikrofons und des Anteils hinter dem Ohr befinden sich auch die Batterien, die das System antreiben. Übrigens werden bei Cochlea-Implantat-Trägern die Batterien von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, während in der Hörgeräteversorgung die Batterien von den Patienten selbst bezahlt werden müssen. Für besondere Formen der Innenohrschwerhörigkeit, in der tiefe Frequenzen noch relativ gut wahrgenommen werden können, während in den hohen Frequenzen eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit besteht, sind besondere Cochlea-Implantate vorhanden, die nur zum Teil in die Hörschnecke eingeführt werden und so nur den ertaubten Bereich stimulieren, während das Hörvermögen im Tieftonbereich weiter über die Haarzellen auf den Hörnerv übertragen wird.
 
Welches hörverbessernte System für welchen Patienten die günstigste Variante ist, lässt sich nach ausführlicher Diagnostik individuell bestimmen.
 

Kombinierte Schwerhörigkeiten, knochenverankerte Hörgeräte (BAHA) und aktive Mittelohrverstärker

BAHA
BAHA
Junge Frau mit BAHA
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Eine weitere Lösung für Patienten mit sogenannten kombinierten Schwerhörigkeiten, aber auch mit reinen Schallleitungs-Schwerhörigkeiten, stellen die sogenannten knochenverankerten Hörgeräte und die implantierbaren bzw. teilimplantierbaren aktiven Mittelohrverstärker dar. Diese kommen zur Anwendung, wenn mit herkömmlichen Hörgeräten keine ausreichende Verbesserung des Hörens und des Verstehens möglich ist oder aus anatomischen Gründen keine herkömmliche Hörgeräteversorgung möglich ist.
 
Die knochenverankerten Hörgeräte (bone anchored hearing aid – BAHA), bei denen ein Titan-Implantat durch die Haut in den Schädelknochen eingebracht auf das das Hörgerät aufgesetzt wird, stellen eine gute Möglichkeit zur Hörverbesserung dar. Bei dem Implantat handelt es sich um eine Schraube, die fest in den Knochen integriert wird, wie man es aus der Zahnheilkunde kennt (Zahnimplantat).
 
Vorteil der BAHA-Versorgung ist die Einfachheit des Eingriffs und die Zuverlässigkeit der Hörverbesserung. Ob ein BAHA für den Patienten in Frage kommt, lässt sich durch einen vorherigen Test bestimmen.
 
Es gibt inzwischen weitere aktive Mittelohrverstärker, die zum Teil komplett implantierbar, teilweise aber auch teilimplantierbar ihre Anwendung finden.
MEDEL Hörgerät
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Hier wird ähnlich wie bei der Versorgung mit einem Cochlea-Implantat ein Hörgerät auf dem Knochen des Schädels befestigt und entweder der Schädelknochen in Schwingung versetzt (z.B. bei einer Bone-bridge) oder über einen kleinen Vibrator (floating mass transducer - FMT) der direkt auf die Gehörknöchelchenkette bzw. im Mittelohr platziert wird, die Gehörknöchelchenkette oder der Knochen nahe des Innenohrs in Schwingung versetzt. So wird die Übertragung der Schallsignale auf das Innenohr ermöglicht.
 
 
 

Das kann ich für Sie tun

Portrait Priv. Doz. Dr. Klingmann

In meiner Zeit als Oberarzt in Heidelberg sowie als Beauftragter für die Versorgung schwerhöriger und ertaubten Patienten in Bremen, habe ich viel Erfahrung mit schwerhörigen Patienten gewinnen und auch sämtliche hörverbessernden Operationen selbstständig durchführen können. Ich kann Sie deshalb umfassend bezüglich Ihrer Schwerhörigkeit beraten und auch therapieren. In meiner Praxis stehen sämtliche diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung, so dass eine Ihnen angepasste Therapie für Ihre Hörstörung möglich ist.

 
Terminvereinbarung   +49 89 290 45 85 Priv. Doz. Dr. med. Christoph Klingmann
 

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